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 Betreff des Beitrags: Brandung oder Seebrücke? Bequemes bewegtes Fischen bevorzugt
 Beitrag Verfasst: Fr 10. Nov 2017, 09:12 
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Registriert: Sa 1. Jan 2011, 16:55
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Brandung oder Seebrücke? Es gibt so viele Vor- und Nachteile. Seebrücke meint kalt + windig, Fisch hoch heben, kein Grill; Brandung hat das nette windgeschützte Zelt, Fische werden an den Strand gezogen, der Grill läuft. Trotzdem ist mir die Seebrücke lieber. Warum eigentlich, fragte ich mich, wenn doch so viele Nachteile da sind.

[COLOR="#B22222"][B]Mein Grund für die Bevorzugung der Seebrücke ist das bequeme bewegte Angeln mit der Welle.[/COLOR][/B]

Wenn ich vom Angeln in den meterhohen Ablaufwellen der Seebrücken berichte und von den wenigen Gramm Bleigewicht, die ich dabei verwende, gibt es immer wieder Staunen. Und Unglauben, Zweifel, vielleicht auch nur Unverständnis... Ich schreibe deshalb mal was auf.

Es gibt anlaufende und ablaufende Wellen. Anlaufende Wellen sind solche, die auf dich zu laufen (also ganz typisch beim Brandungsangeln, sei es direkt oder seitlich/schräg). Beim Brandungsangeln gibt es die ablaufende Welle eigentlich nicht (allenfalls als Mini-Welle bei ablandigem Wind oder in bestimmten Sonderkonstellationen an Bauteilen).

[COLOR="#008000"]Bei Seebrücken gibt es indessen die ablaufende Welle.[/COLOR] Das ist eine, die erst auf die Seebrücke zu läuft (als anlaufende Welle), dann unter der Brücke durch und sich danach von ihr weg bewegt (dann also ablaufende Welle). Kennt man, jeder war doch schon mal auf einem Boot. Auch da kommt die Welle, geht unter dem Boot durch und dann vom Boot weg. Das Boot bewegt sich, die Seebrücke nicht. Und genau das ist die Besonderheit der ablaufenden Seebrückenwelle.

Erst einmal musst du auf der Brücke Wellen haben...

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Das sind Wellen...

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Wenn Welle ist, dann wissen Seebrücken-Insider schon, welche Brücke für die Welle spannend ist. Zum Beispiel sind Wellen aus Nord/Nordost für Dahme prickelnd schön, die führen dann zu einer seitlichen Welle. Das muss aber nicht sein, man kann vom Brückenkopf auch Richtung Welle und notfalls Richtung Land angeln.

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Normal: Grundblei mit Haken, das am Grund liegen bleibt. Notfalls fest in den Boden gekrallt. Regel: Je mehr Welle, desto schwerer das Blei. So kennt man es vom Angeln gegen die Welle oder bei Seitenwelle. So kennt man es in der Brandung.

Für die ablaufende Welle gilt das nicht. Da wird die Montage in Wellenrichtung ausgebracht oder quer dazu. [COLOR="#0000FF"]Und die Welle wird als Zuarbeiterin genutzt.[/COLOR]

[COLOR="#FF0000"]Dafür ist es notwendig das Blei nur so groß zu wählen, dass die Welle es bewegen kann.[/COLOR] Also genau anders als bei der normalen Montage, bei der die Montage unbewegt am Grund fixiert wird (gegen die Brandung würde ja sonst bedeuten, dass die Montage an Land gespült wird). Für das Ablaufwellenangeln von Seebrücken kann das [COLOR="#800080"]10-15 gr[/COLOR] ebenso bedeuten wie [COLOR="#800080"]30-40 gr[/COLOR], es hängt von der Welle ab, bei Sturm geht manchmal auch mehr.


[COLOR="#8B4513"]Zielsetzung:[/COLOR]

[COLOR="#008000"]Das Blei soll von der Welle bewegt werden[/COLOR]. Das Blei soll einen Hoppser durch jede anlaufende Welle bekommen (dann hoppst auch der Köder).

Montage auswerfen, spannen. Die nächste Welle erfasst die Schnur und schlägt dagegen. Die Schnur wirkt wie ein Widerstand, die Welle überträgt Kraft, die Schnur weicht aus (wenn das Blei nicht zu schwer ist). Die Schnurbewegung setzt sich fort bis zum Blei, das reagiert (hebt sich) und wird von der ankommenden Welle in Laufrichtung gedrückt (das Blei fällt wieder auf den Boden). Je nach Länge des Vorfachs macht der Köder die Bewegung ganz oder teilweise mit, ich angle kürzere Vorfächer.

Dann kommt die nächste Welle, erfasst die Schnur, es kommt zum Hoppsala u.s.w.

Bitte beachten: Dünne geflochtene Schnur ist gegen die Brandung gut. Aber wenn die Welle auf die Schnur wirken soll, dann ist eine [COLOR="#800080"]Mono 0.30 - 0.35 mm[/COLOR] sehr viel breiter und hat eher die Wirkung eines 'Segels'. Die breite Mono verstärkt also die Wellenwirkung gegenüber einer dünneren geflochtenen Schnur.

In der Praxis ist die gespannte Schnur eher nicht zu erreichen [siehe 'Soll' in der Zeichnung]; besser ist die leicht wabbelnde Schnur [siehe 'Ist' in der Zeichnung]. Da greift die Kraft der Welle besser zu. Und Bisse sind problemlos zu erkennen; es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr die Fische rein schlagen, insbesondere die Dorsche.


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Erfahrungssatz:

Je mehr der Köder randaliert, je mehr die Welle Blei und Köder schlagen lässt, desto gereizter der Fisch.

Das scheint mir logisch; denn der ausgespülte Wurm etc wird von der Brandung 100%ig bewegt, die Wellenbewegung ist dem Fisch bekannt, auch die Wucht der Welle. Trotzdem ist er genau an der Stelle zu finden, wo die Wellen den Untergrund erreichen und sich oben brechen. Denn da wird Nahrung ausgespült und bewegt. Aber: Lange angucken geht nicht, entweder zuschnappen oder der Wurm ist weit weg gespült.

Bei Seebrücken ist die Wellen-Brechkante oftmals mitten auf Brückenhöhe oder sogar noch ein Stück weiter Richtung Strand.

Ist die Welle klein, dann muss das Gewicht entsprechend gering gewählt werden. Warum soll man nicht nur 5-10 gr nutzen? Und warum nicht runde Bleie, die am Grund kullern, wenn eine kleine Bewegung in die Schnur kommt?

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Gestaltungsbeispiele:

Man kann das Blei direkt von der Brücke herunter hängen lassen, es kann ein paar Zentimeter über dem Grund fixiert werden. Jede Welle für zu einem heftigen Schlag, der den Köder springen lässt.

Man kann auch nur 5-10 m auswerfen und die Schnur spannen. Jede Welle hebt das Blei und es hoppst in einem beschränkten Umkreis.

Man kann auch weiter werfen. Jede Welle hebt das Blei leicht an. Je nach Ausrichtung der Welle begradigt sie die Schnur. Dabei kann es geschehen, dass das Blei 1-2 m oder sogar mehr zur Seite gedrückt wird, um sodann in Wellenrichtung zu liegen.

Verstärkt wird der Effekt durch ein Roll- oder Kugelblei. Das bewegt sich mit der Welle. Teils entspannt sich die Schnur, aber das Blei rollt sie schon wieder auf Spannung. Die durch hängende Schnur gehört dazu. Die reguliert sich irgendwann. Denn die Wellen spannen sie immer wieder.

Bisserkennung: Kein Problem. Echt nicht, auch bei durchhängender Schnur geht es.

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Foto: Steifer Wind (siehe Fahnen), kleine Welle, das reicht für bewegtes Fischen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Brandung oder Seebrücke? Bequemes bewegtes Fischen bevor
 Beitrag Verfasst: Fr 10. Nov 2017, 17:16 
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Registriert: Sa 1. Jan 2011, 23:56
Beiträge: 1244
Wohnort: Fehmarn
Sowas nenne ich mal das Wasser lesen können.

Beim Cup hatte ich 100g Olivenblei an der Leine, mein Cousin hatte 170g Kralle .... ich wußte genau, wo mein Blei liegen bleibt, weil ich mit dem Wellen gesehen habe wo es liegen bleibt, und somit habe ich gleich mal die erste Platte am Haken.

Danke Andreas für deine kleine Show :angeln:

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Reisender
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 Betreff des Beitrags: Re: Brandung oder Seebrücke? Bequemes bewegtes Fischen bevor
 Beitrag Verfasst: Fr 10. Nov 2017, 17:25 
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Registriert: Mi 5. Jan 2011, 20:50
Beiträge: 1021
Bilder: 17
Wohnort: Wilster
Ach Andreas............

wenn ich seinerzeit nicht dabei gewesen wäre, würde ich sagen, das klappt nie......

Aber Live gesehen, wie "Don Dahme" seine Fische auf die Seebrücke zauberte..........und wieder bleibt nur die Erkenntniss: wer fängt hat recht :angeln: :klatsch:

gruß degl

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möge der Fisch mit euch sein


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