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 Betreff des Beitrags: Plattfische: Ich bin zu faul für den Buttlöffel, trotzdem Be
 Beitrag Verfasst: So 16. Aug 2015, 20:16 
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Ich gestehe es: Ich bin wohl zu faul für den Buttlöffel. Das ständige aktive Fischen auf Plattfische nervt mich. Plattfische gehören für mich in die Kategorie 'Plumpsangeln', also mit Stuhl und wenig Bewegung.

Trotzdem habe ich im Laufe der Jahre gelernt, dass das dauerhaft an einer Stelle liegende Blei nur einen sehr geringen Radius der Köderwirksamkeit zulässt. Den zu erhöhen kurbeln die Plattfischangler den Köder alle paar Minuten einige Rollenumdrehungen heran. Das Blei verhält sich dann wie ein Buttlöffel in Zeitlupe und rutscht heran, aber ohne die den Sand aufwerfenden Lockbewegungen.

So richtig kann das nicht sein.

Aufgabe: Ich brauche eine Montage, die sich - ohne mein Zutun - bewegt.

Das bedeutet: Ich sitze und die Montage sorgt für einen den Grund großflächig Köder.

Sargblei liegt fest auf den Grund auf. Alternativ schaue ich mir Rollbleie an. Wenn die in der Strömung, im Wind oder vom Wellenschlag getrieben über den Boden kullern, dann macht der Köder Strecke. Erste Tests wurden angesetzt, Bleigewichte variiert, ein paar Beispiele aus den Fangtagen folgen sogleich. Zu sehen ist am Abnutzungsgrad meine Vorliebe für die mittlere Gewichtsgröße.

Bild

Versuch A:
Travemünde am Geländer, 2 Personen je 2 Angeln, drei mit Sargblei fest liegend, eine mit Rollblei, Strömung hafeneinwärts, Köder alter Wattwurm. Die Sargbleie liegen fest und bleiben größtenteils vor Ort. Das Rollblei kullert über den Grund, teils recht flott. Bei ca. 45 Grad bleibt es jeweils liegen, besser wohl 'hängen' (dort dürfte sich eine Kante unter Wasser befinden).
Ergebnis: Drei Sargblei-Ruten 1 Dorsch, die Rollblei-Rute 6 Dorsche. Ein Teil der Fänge geschieht bereits beim Kullern, etwa der gleiche Teil kommt nach Erreichen der bremsenden Kante. Qoute (absolut = nicht auf die Anzahl der Ruten umgerechnet) also rd. 85 %.

Versuch B:
Dahme bei Südost, starke Wellen (> 1 m) schräg auf den Strand, mehrere Angler mit starken Bleien > 125 gr., bei uns drei Ruten 25-45-60 gr. Sargblei und ein ziemlich leichtes Rollblei rd. 20 gr.
Die schweren Bleie bleiben liegen, die leichten Sargbleie werden bei besonders starken Wellen leicht bewegt, das Rollblei bewegt sich stark bei jeder Welle.
Ergebnis: Schwerblei-Angler Null Fisch. Sargbleie: Gelegentlicher Fisch, meist an 25 gr. Für die Rollblei-Montage musste einer von uns extra aufpassen, da kam ein Dorsch nach dem nächsten. Gesamtfang: 18 Dorsche, das war dann genug. Davon 14 mit dem aktiven Rollblei. Quote (absolut) also knapp unter 80 %,

Versuch C:
Dahme bei Nordost, Wellen knapp unter 1 m schräg auf den Strand, ein Angler drei Ruten Sargblei, ein Angler 1 x Sargblei und 1 x Rollblei. Sargbleie werden zeitweilig minimal durch Wellenschlag bewegt, das Rollblei kugelt hin und her, bewegt sich aber letztlich doch in Wellenrichtung. Manchmal ist die Schnurspannung beim Rollblei nachlassend (Wellental).
Ergebnis: Angler mit drei Sargblei-Ruten: 1 x Plattfisch.
Bei mir 1 Platte am Sargblei und am Rollblei 4 Platte und 2 Aale.
Quote (absolut) 75 %.

Zwischendurch gab es weitere Versuche teils mit ebenso deutlichen Ergebnissen, teils mit schlechteren Quoten.

Bild

Fazit: Das sich bewegende Blei schlägt das dauerhaft liegende Blei um Längen = um mehrere 100 %.

Warum ist das so? Hier muss ich ein wenig spekulieren. Fakt ist zunächst einmal, dass langsam eingeholte Bleie ebenso wie der Buttlöffel gerade auf den Angler zu laufen und den Untergrund nicht beachten. Da kannst du neben einer Rinne ziehen, an einer Kante vorbei oder zwischen zwei voll mit Fischen steckenden Krautfeldern hindurch.

Der Fang der beiden Aale hat mich auf die Idee gebracht, dass der Fisch in Kraut-und Steinfeldern oder in Rinnen oder an Kanten liegt (ruht, lauert, evtl. schwimmt) und vorbeitreibende Nahrung aufnimmt. Denn warum soller sich bewegen, wenn ihm das Futter geradezu vor das Maul schwimmt. Der lauernde Fisch spart Energie, das ist wichtig. Das rollende Blei kugelt so lange über den Boden bis es irgendwo hängen bleibt. Also etwas erreicht, wo ein Fisch sich aufhalten mag. Der im Kraut oder hinter einem Stein lauernde Fisch nimmt den herantrudelnden Köder dann auf, wie er es ja gewohnt ist. Im Finden der Fressstellen unter Wasser liegt der Vorteil desrollenden Bleis.

Wichtig: Das Blei muss wirklich rollen. Also entweder in der Strömung seitlich am Angler vorbei und dann langsam Richtung Ufer kullern oder aber sich im Wellenschlag bewegen. Das muss probiert werden, gerade das richtige Gewicht zu finden ist nicht ohne Probleme. An der Küste sind es manchmal nur 15 gr, in Travemünde ist je nach Strom manchmal eine 100 gr-Kugel zu klein.

Jetzt suche ich noch nach einem Blei, das kullert wie eine Kugel/Olive und zwischendurch hoppst wie der Buttlöffel. Das müsste dann der ultimative Küstenköder für einen Nichtweitwerfer sein...

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 Betreff des Beitrags: Re: Plattfische: Ich bin zu faul für den Buttlöffel, trotzde
 Beitrag Verfasst: So 16. Aug 2015, 20:26 
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Das ist mal eine sehr gute Abwandlung über das Angeln.


Sehr gute Beschreibung für einen NIX-Fänger wie ich das bin.

Danke dafür.

peter

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Um die Bekloppten brauchen wir uns keine Sorgen machen, die Normalen sind das Problem!

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 Betreff des Beitrags: Re: Plattfische: Ich bin zu faul für den Buttlöffel, trotzde
 Beitrag Verfasst: Mo 17. Aug 2015, 15:46 
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Super Anregung :thumbsup:
Wenn die Strandsaison losgeht werde ich es mal ausprobieren. Wie kontrollierst Du die Schnurspannung bei Nacht zur Bisserkennung?

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 Betreff des Beitrags: Re: Plattfische: Ich bin zu faul für den Buttlöffel, trotzde
 Beitrag Verfasst: Mo 17. Aug 2015, 17:40 
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So lange die Rollbewegung direkt oder schräg von dir weg geht, spannt sich die Montage.

Anfangs habe ich dazu auch Bedenken gehabt. Nach mehreren Brachialbissen habe ich dann eher die Rute angebunden. Bisserkennung ist mithin nicht so das Problem, eher das Zuschnappen der Fische in vollem Fischtempo, das dann in die Rute schlägt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Plattfische: Ich bin zu faul für den Buttlöffel, trotzde
 Beitrag Verfasst: Di 18. Aug 2015, 05:09 
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Schaun mir ma, wie der Barzi sagt.
Danke :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Plattfische: Ich bin zu faul für den Buttlöffel, trotzde
 Beitrag Verfasst: Di 18. Aug 2015, 17:10 
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Andreas,

Mit Pose hast du doch schon einen Steibutt gefangen !! :angeln:

Buttlöffel sind echt toll, wenn mit Drift vom Boot aus Angelt ...... :angeln:

Platte sind ja Neugierig, die Flattern hinter alles her, was Blinkt und Blitzt wie eine Bordeltür. :smilie_happy:

Es ist aber immer wieder schön, wenn Berichte mit Tsten kommen.

Nächste Woche geht es wieder mit der Janny III raus, und ich werde auch mal etwas Testen ..... und hier Berichten !! :thumbsup:

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 Betreff des Beitrags: Re: Plattfische: Ich bin zu faul für den Buttlöffel, trotzde
 Beitrag Verfasst: Di 18. Aug 2015, 17:27 
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Mike, für einen Buttlöffel kann ich auch ein billiges Gewicht nehmen, mit dem
gleichen Erfolg.
Das mit dem runden Blei, was Andreas meint führt wohl mehr zum Erfolg, weil
das runde Blei mit der Stömung und Wellen ein größeren Bereich absucht.

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Gruß
Hans-Jürgen
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 Betreff des Beitrags: Re: Plattfische: Ich bin zu faul für den Buttlöffel, trotzde
 Beitrag Verfasst: Di 18. Aug 2015, 17:58 
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Hans-Jürgen hat geschrieben:
Mike, für einen Buttlöffel kann ich auch ein billiges Gewicht nehmen, mit dem
gleichen Erfolg.
Das mit dem runden Blei, was Andreas meint führt wohl mehr zum Erfolg, weil
das runde Blei mit der Stömung und Wellen ein größeren Bereich absucht.


Da hast du recht H.J. :angeln: :angeln: keine frage, ist auch so !! :angeln:

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 Betreff des Beitrags: Re: Plattfische: Ich bin zu faul für den Buttlöffel, trotzde
 Beitrag Verfasst: Mi 19. Aug 2015, 16:11 
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Andreas, ich finde solche systematischen Experimente oberklasse!
Eventuell hilft dies noch weiter:
Um weit werfen zu können, braucht man viel Masse. Die Dichte des Wurfköders ist weniger wichtig.

Wenn sich das Wurfgewicht in der Strömung bewegen soll, braucht es aber eine geringe DICHTE (also Masse pro Volumen), sonst steckt es zu fest im Sand. Hier ist die Masse unwichtig!

Also könnte man z.B. ein 50g-Blei oder sogar schwerer nehmen, und direkt davor einen normalen Weinkorken auf die Schnur klemmen, der das Einsinken im Sand verhindert und, was ja erwünscht ist, den Strömungswiderstand erhöht.
Oder statt des Bleis umweltfreundlich einen Stein mit feinem Draht befestigt nehmen (Blei hat die Dichte 11 Kg/Ltr, Stein ca. 5)

Es gibt viel zu tun, packen wir´s an!

Chr.

PS: Ich war ewig nicht angeln, shit...

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 Betreff des Beitrags: Re: Plattfische: Ich bin zu faul für den Buttlöffel, trotzde
 Beitrag Verfasst: Mi 19. Aug 2015, 20:21 
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O.k., Christopher, das erhöhte Volumen führt aber zu trägen Bewegungen, der Sand spritzt nicht hoch, wenn der schwerfällige Ballonkörper absinkt.

Ich möchte es aber lieber knallen lassen. Der Sand muss wirbeln.

Meine neue Idee geht in eine Gewichtsform der Gestalt wie ein Surfer, der gegen die Wellen arbeitet und sich viel zu weit nach hinten gesetzt hat. Kinetische Energie kriegt der, die verbleibt beim Aufprall im Sand 8-) Mal sehen, wie der Prototyp läuft.

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 Betreff des Beitrags: Re: Plattfische: Ich bin zu faul für den Buttlöffel, trotzde
 Beitrag Verfasst: Mi 19. Aug 2015, 21:03 
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Also, dann empfehle ich ein SEHR kleines Atom-U-Boot, das mit ausgworfen wird und den Köder, satelliten-gesteuert, immer um ein paar cm bewegt, wenn Du auf den "Grundblei-App" auf Deinem iPhone einen Button klickst.
Einfacher und preiswerter wäre dann aber eventuell, dafür einen tauchenden Chinesen einzustellen...der kann dann auch Fische von Hand fangen und am Haken anbringen.

cbu

PS:
HEUL!!!!!
Mein den Norwegenfahrern bekannter VW California ist letzte Woche gestohlen worden! Zeitgleich mit dem anderen California in meiner Straße.
Es lebe die Ost-Erweiterung der EU.
Wie geht polnischer Triathlon? Zu Fuss zum Schwimmbad, mit dem Rad zurück.
Wie nennt man einen Polen ohne Arme? "Vertrauensperson".

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